Standardsoftware ist meistens der richtige Start
Wenn ein etabliertes Produkt den Prozess gut abdeckt, sollte man es nutzen. Updates, Dokumentation und ein großer Funktionsumfang müssen dann nicht selbst entwickelt werden. Eigene Software lohnt sich nicht, nur weil ein Formular anders aussehen soll.
Wann eigene Software interessant wird
Spannend wird Individualsoftware, wenn ein zentraler Prozess dauerhaft gegen das Standardprodukt arbeitet: Mitarbeitende pflegen zusätzliche Excel-Listen, Daten werden mehrfach übertragen oder wichtige Entscheidungen finden außerhalb des Systems statt.
Oft reicht ein fehlender Baustein
Die Alternative muss nicht „komplettes ERP selbst bauen“ heißen. Häufig ist eine kleine Web-App, Middleware oder ein internes Werkzeug sinnvoll, das genau die Lücke zwischen zwei bestehenden Systemen schließt. So bleiben bewährte Anwendungen erhalten und der problematische Teil wird gezielt verbessert.
Fragen für die Entscheidung
- Wie häufig läuft der Prozess?
- Wie viele Menschen arbeiten damit?
- Wie viel Zeit geht durch Workarounds verloren?
- Gibt es Schnittstellen zu den bestehenden Systemen?
- Ist der Ablauf ein echter Wettbewerbsvorteil oder nur Verwaltung?
Betrieb und Weiterentwicklung mitdenken
Eigene Software braucht Verantwortlichkeit nach dem Go-Live. Updates, Monitoring, Backups und die Reaktion auf geänderte Schnittstellen gehören deshalb in die Architektur und in die wirtschaftliche Betrachtung.